Solothurn, Grenchenstrasse 25-27; Frauenkloster Visitation – KGS-CH-4682

Der kontemplative Frauenorden der Heimsuchung (Visitation) Marie wurde 1610 vom Hl. Franz von Sales und der Hl. Johanna Franziska von Chantal mit einer gegenreformatorischen Ausrichtung in Annecy gegründet. Die ersten Visitantinnen auf eidgenössischem Gebiet waren Schwestern aus Besançon, die 1635 vor dem Dreissigjährigen Krieg nach Freiburg flüchteten. Die Niederlassung in Solothurn erfolgte 1641 auf Initiative des französischen Botschafters Jaques Le Févre de Caumartin und seiner Frau. Das erste, 1654 bezogene, Kloster im Obach fiel 1672 dem Schanzenbau zum Opfer. Das heutige Kloster an der Grenchenstrasse wurde 1676-1679 errichtet, die Kirche 1693 geweiht. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Kloster eine Blüte als Mädchenpensionat, das 1914 wieder geschlossen wurde. Zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Beitrags (April 2026) lebt die letzte Solothurner Visitantin zusammen mit jungen indischen SSS-Schwestern (Sisters of Sacred Sciences) im Kloster, welche 2017 die Verantwortung für das Haus übernommen haben. Bei den SSS-Schwestern handelt es sich um eine salesianisch geprägte semi-kontemplative Gemeinschaft, die ihren Mitgliedern das Studium der Theologie oder Philosophie ermöglicht. – Das hier abgebildete filigrane Ziergitter, das den Altarraum abtrennt, verkörpert mit den französischen Königslilien die ursprüngliche französische Prägung des Ordens und seiner künstlerischen Ausstattung. Unsere Datierung bezieht sich auf die Weihe der Kirche. (G. Modestin, 10.4.2026)

Der präzise Standort der Bildaufnahme:

KGS-CH-4682 und weitere Resultate auf der HistoSwissMap

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert