Zuchwil, Polenanlage; 1840 und 2026 – Histopics-2619

Der 1746 auf heute weissrussischem Staatsgebiet geborene polnische Militäringenieur Tadeusz Kościuszko gilt durch seine Teilnahme am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776-1783), am Russisch-Polnischen Krieg von 1792 und in besonderem Masse an dem nach ihm benannten Aufstand des Jahres 1794 im Nachgang zur zweiten bzw. im Vorfeld der dritten Polnischen Teilung als amerikanischer und polnischer Nationalheld. Nach dem Scheitern des Aufstandes und zweijähriger russischer Gefangenschaft begab sich Kościuszko ins Exil, zunächst in die Vereinigten Staaten, danach nach Frankreich und zuletzt – 1815 – nach Solothurn, wo er sich als Gast von Xaver Zeltner aufhielt. Nach Kościuszkos Tod am 15.10.1817 wurde seine Eigenweide auf dem Friedhof von Zuchwil in einem von Zeltner errichteten Monument beigesetzt, das unter einem Porträtmedaillon folgende rückwirkende Inschrift trägt: VISCERA / THADDAEI KOSCIUSZKO / DEPOSITA DIE XVII OCTOBRIS / MDCCCXVII. Kościuszkos Körper wurde zunächst in der Solothurner Jesuitenkirche bestattet, bevor er 1818 in die Königsgruft der Wawel-Kathedrale in Krakau überführt wurde. Sein Herz, das Kościuszko selbst Zeltners Tochter Emilie vermacht hatte, gelangte über Umwege 1927 in die Kapelle des Warschauer Königsschlosses. In Zeltners Solothurner Wohnhaus und Kościuszkos letzter Bleibe ist seit 1936 ein kleines Kościuszko-Museum eingerichtet. Das Kościuszko-Monument in Zuchwil hat seit Franz Graffs Darstellung (1840) eine Neuinszenierung erfahren, die sich u. a. in einem mit Steinplatten ausgelegten Vorplatz niedergeschlagen hat, der für Gedenkanlässe konzipiert ist. Und anstelle der eindrücklichen Trauerweide stehen heute Büsche Spalier. (G. Modestin, 23.5.2026)

Der präzise Standort der Bildaufnahme:

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