Die beiden Bannerträger- bzw. Vennerbrunnen (Fontaines des Bannerets) markieren die beiden Endpunkte der Marktstrasse (Rue du Marché), die den mittelalterlichen Stadtkern von La Neuveville von nordwestlicher nach südöstlicher Richtung durchzieht. Die 1550 entstandenen Brunnenfiguren sind das Werk des Bildhauers und Baumeisters (maître d’œuvre) Laurent Perroud (verst. 1584/85), der ein breites Werk hinterlassen und so den öffentlichen Raum in der (Nord-)Westschweiz geprägt hat. Perrouds Brunnenfiguren befinden sich – in der chronologischen Reihenfolge der jeweils ersten Figur (von z.T. mehreren) – abgesehen von La Neuveville in Neuenburg, Solothurn, Moudon und Le Landeron. Auffallen ist eine Häufung von Gerechtigkeits- und Bannerträger-/Vennerbrunnen, die das Selbstverständnis der kommunalen Auftraggeber widerspiegeln, so auch in La Neuveville. Das Städtchen geht auf eine Gründung durch den Fürstbischof von Basel um 1310 zurück, wobei es in Etappen mit weitrechenden Autonomierechten ausgestattet wurde. Dazu zählt auch das 1368 gewährte Recht auf ein eigenes Banner. Seinen politischen Handlungsspielraum vergrösserte sich La Neuvelle durch Burgrechtsverträge mit Bern (1388) und Biel (1395). – Die aus Betrachter:in-Sicht linke Figur markiert den nordwestlichen Endpunkt der Marktstrasse, die rechte den südöstlichen. (G. Modestin, 25.5.2026)
- Örtlichkeit: KGS-CH-1104 liegt auf einer Meereshöhe von 434 Metern und 113,53 km Luftlinie von der KFR entfernt (vgl. wikishootme und map.geo.admin). Mit dem ÖV beträgt die Distanz 133 km (ca. 1 Std. 54 Min.). Weitere Beiträge zu La Neuveville und zum Kanton Bern auf HistoSwiss oder auf Histopics.
- Zeit: Der Bau wird auf das Jahr 1550 datiert. Die 1550s in diesem Blog oder auf histopics
- Links: Bauinventar Kt. BE, API BABS, Odette Roulet: „Laurent Perroud“, in: SIKART Dictionnaire sur l’art en Suisse, 2021 (première édition 1998), HLS-Eintrag zu La Neuveville (Gemeinde),
- Weiteres: Mehr von ©G. Modestin und vom Team KFR. Die Kategorie KGS-CH in diesem Blog.
Der präzise Standort der Bildaufnahme:
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