Luterbach, Bahnhofstrasse 2 (Friedensbrunnen); 1960 und 2026 – Histopics-2928

Der „Friedensbrunnen“, der im solothurnischen Luterbach am Bahnhof steht, ist ein stiller, unscheinbarer Zeitzeuge. Online lässt sich wenig über ihn herausfinden, und unter den kantonalen Schutzobjekten ist er auch nicht aufgeführt. Der auf das Jahr 1945 datierte Brunnen erinnert in seiner beschaulichen Schlichtheit an den zum Zeitpunkt seiner Errichtung gerade zu Ende gegangenen Weltkrieg. Entsprechend lautet die Inschrift auf dem Becken NACH ERNSTER ZEIT / DEM FRIEDEN GEWEIHT. In den Jahren 1950-1960, in denen der u. a. in Luterbach als Lehrer wirkende Ernst Klöti (1902–1986) den Brunnen fotografierte, waren der Krieg und das Kriegsende noch ungleich präsenter als heute. Den Brunnenschaft krönt das Luterbacher Gemeindewappen („In Weiss blauer Wellenbalken, überhöht von blauem fünfstrahligem Stern“), wobei auf dem Relief eine Abwandlung mit zwei Wellenbalken zu erkennen ist. Der heraldische Hinweis auf die Standortgemeinde erinnert an die symbolisch-politische Bedeutung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher kommunaler Brunnen, die jedoch im vorliegenden Fall – dem Anlass entsprechend – sehr zurückhaltend ausformuliert ist. Beim Vergleich der beiden Aufnahmen scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben, bis auf den merklich entwickelten Baumwuchs. (G. Modestin, 27.6.2026)

Der präzise Standort der Bildaufnahme:

Histopics-2928 und weitere Resultate auf der HistoSwissMap

 

 

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